Smart for Two - Teil 2
Vor rund einem Jahr habe ich hier meine ersten Erfahrungen mit dem neuen Smart for Two zum Besten gegeben. Im vergangenen Herbst hatte ich dann auch die Gelegenheit, einen solchen Smart über 250km zu fahren. Ich musste geschäftlich nach Hamburg und habe mir am Flughafen einen Smart bei Sixt geliehen. Ich hatte sowohl in der Stadt zu tun (toller Stadtwagen mit Start-Stop-Automatik) als auch eine Station 100km entfernt in Schleswig-Holstein zu besuchen. Ab auf die Autobahn und gib ihm. Naja - so richtig gib ihm geht da auch nicht, da um Humbug so ziemlich überall ein Tempolimit von 80 bzw. 100km/h herrscht und die Rushhour-Situation auch im weiteren Verlauf der A7 Richtung Flensburg keine wirklich höheren Geschwindigkeiten zulässt.
Am Ende der beiden Tage habe ich vollgetankt und war ob des Spritverbrauchs negativ überrascht. Im Schnitt genehmigte sich dieser Smart 7,5 Liter Super auf 100 Kilometer. Die vergleichsweise hohe Durchschnittsgeschwindigkeit und die kurze Länge des Wagens (je länger ein Auto, um so niedriger der Luftwiderstand), haben zu diesem extremen Verbrauch geführt. Sicherlich ist bei der geringen Fahrstrecke auch der Tankfehler vergleichsweise groß. Daraufhin habe ich meine Freunde aus dem alten Beitrag nach ihrem aktuellen Verbrauch gefragt. Und siehe da - sie verwenden den Wagen (ebenfalls mit Start-Stop-Automatik) hauptsächlich im Landkreis und im Dorf und kommen nach 10.000km mittlerweile auf 6,0 Liter/100km. Deutlich mehr, als ihr alter, erster Smart verbrauchte. Der neue Mitsubishi-Motor ist anscheinend kein Kostverächter. Er liefert ja auch mehr Leistung, die man wohl auch gerne abruft.
Am Ende bleibt beim Smart nichts anderes übrig, als ein wendiger Stadtwagen mit geringem Platzverbrauch in der Parklücke und niedrigen Fixkosten (Steuer, Versicherung). Das war’s. Schlechter Verbrauch, schlechte Fahrleistungen, geringes Platzangebot. Es wird Zeit, dass man den Smart auf Elektroantrieb umstellt. Dann kann ihm noch einmal ein zweites Leben eingehaucht werden. Ansonsten sehe ich den Wagen nur mehr als Stadtflitzer für Firmen, die gute Mobilität ohne hohe Transportkapazität in der Stadt benötigen und sich um den Spritverbrauch und den hohen Anschaffungspreis nicht scheren.