Balvenie 12J mit Glenfarclas 15J

GlenfarclasWenn man Tastings durchführt, dann legt man in der Regel Wert auf eine Steigerung der Proben. Man beginnt bei den Leichten/Einfachen und endet mit den Harten/Schweren. Schwierigkeiten hat man immer bei der Festlegung, ob man die Fassstärken oder die Rauchigen am Ende bringen soll.

Was ist aber mit einem Tasting, bei dem man möglichst vergleichbare Single Malts miteinander verkostet? Wer hat das schon einmal gemacht?

Durch Zufall ist nun mir ein solcher Fall untergekommen. Auf einmal fanden sich in meinem Barfach eine Probe eines Balvenie 12J 43% und eines Glenfarclas 15J 46%. Spontan habe ich mir die beiden Malts eingeschenkt und miteinander probiert.

Beide sind sehr angenehm im Aroma. Natürlich gibt es Unterschiede. Aber auf die will ich hier nicht raus. Es schwebt ein Sherryduft in der Luft, der von angenehmem Alkohol getragen wird. Dann folgt europäische Eiche. Aber noch nicht so bitter und aufdringlich, wie bei älteren im Sherryfass gelagerten Malts. Im Balvenie finde ich etwas mehr Zitrusfruchtaroma (aber nicht beißend sauer sondern eher süß) gepaart mit einem Hauch Vanille und im Glenfarclas etwas mehr Würze. Kein Wunder, der Glenfarclas ist ja - aller Vermutung und Halbwissens nach - ja ein Single Malt aus 100% Sherryfässern, wogegen der Balvenie erst in Ex-Bourbon- und dann in Ex-Sherryfässern reifte.

Auf der Zunge dann wieder eine deutliche Ähnlichkeit. Angenehm, sanft schmeichelnd und unkompliziert. Da fällt mir doch gleich das Wort Trinkfluss wieder ein. Also beide Malts aktivieren den Trinkfluss. Während der Balvenie dann aber zu einem mehr fruchtigen Aroma und einem Anflug von Trockenheit überleitet, bleibt der Glenfarclas etwas würziger. Natürlich ist die Frucht des Sherrys im Vordergrund da – und da gleichen sich die beiden Malts sehr – doch im Hintergrund ist diese leichte Eichenwürzigkeit, die von dem höheren Alkoholgehalt besser getragen wird.

Und der Abgang? Ich bringe beide Abgänge durch die Parallelverkostung nicht auseinander. Sie verschwimmen miteinander. Angenehm, lang, wärmend, ein Hauch Trockenheit und wieder diese leichte Würze. Eigentlich fand ich diesen kombinierten Abgang ziemlich perfekt.

Vielleicht sollte ich beide Malts einmal mischen Winken

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