Reisetbauer Single Malt Whisky

ReisetbauerKurz vor der Münchener Whiskymesse erhielt meine Frau Besuch von Herrn Reisetbauer. Seines Zeichens Obst-Destillateur im oberösterreichischen Axberg. Wie viele andere Destillateure auch, hat er seine Liebe zum Whisky entdeckt. Doch dies schon vergleichsweise früh. So konnte er uns zum Besuchstermin bereits eine Flasche mit 12-jährigem, österreichischen Single Malt Whisky anbieten. Meine Frau hat auch gleich drei seiner Single Malts in ihr Programm aufgenommen.

Ich hatte leider vor meinem Urlaub zu wenig Zeit, um mich mit Herrn Reisetbauer zu unterhalten. So habe ich die ganzen Informationen nur durch den Filter der Wahrnehmung meiner Frau erhalten. Anstatt nun alles zu wiederholen, finden Sie hier den Link zu seiner Whiskywebseite.

Viel interessanter war für mich das Probieren des 12-jährigen Single Malts am gestrigen Abend. Und da merkt man, dass es sich bei diesem Single Malt um einen ganz eigenständigen Whisky handelt. Im Gegensatz zu anderen Whiskys von Obstbrennern trägt dieser Single Malt keine aufgesetzte Fruchtnote, die mich immer zu einer Beschreibung als Gerstler (wie Obstler) verleitet. Wenn man die Flasche aufmacht, dann hat man stattdessen sofort einen unglaublich extremes Aroma von Karamellbonbons in der Nase. Genauso, wie ich sie von meiner Jugend her kenne. Die offizielle Schokoladen- und Kakaonote muss man sich dahinter erst erarbeiten.

Im Mund ist der Malt dann extrem ölig und cremig. Da drängt sich gleich der Vergleich mit Sahnebonbons auf. Was aber nicht stimmt. Die relativ kräftigen 48% des Alkohols setzen einen deutlichen Kontrapunkt, hinter dem sich dann die Frucht der süßen Trockenbeerenauslese-Fässer entwickelt.

Der Abgang spiegelt zunächst diese süßen, fruchtigen Fässer, bevor sich eine angenehme Trockenheit am vorderen Gaumen gegen den Alkohol und den Wein durchsetzt.

Fazit: Ein ganz eigenständiger Whisky. Wenig Parallelen zum Scotch und ‘fast’ keine zu den Gerstlern.

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