Haig
Im Urlaub mache ich meist auch Urlaub
Soll heißen, ich kümmere mich nicht um Whisky. Und ich trinke auch keinen Whisky. Aber so ganz kann ich dann auch am Urlaubsort nicht vom Whisky lassen. Denn ich habe mein Hobby ja auch zum Beruf gemacht. Also werfe ich routinemäßig einen Blick in jede Bar, was denn da so an Whiskys rumsteht.
In diesem Urlaub fand sich in der Hotelbar der typische Whiskybestand einer gehobenen spanischen Bar. Glenfiddich, Glenmorangie, Cardhu, Johnnie Walker (auch Blue). Hotelbars nehme ich gerne zum Anlass, um auch einmal Whiskys zu probieren, an die ich normalerweise nicht heran komme. So hatte ich auf meiner Vulkanreise den Four Roses Yellow Label probiert und fand den so toll, dass meine Frau ihn ins Programm aufgenommen hat. Auf einer Whiskymesse hätte ich so einem Bourbon nie probiert. Zhu viel Konkurrenz an guten Whiskys.
Also steifte mein Blick auch dieses Jahr an den Single Malts an der Bar vorbei auf die ‘normalen’ Whiskys. Sehr spontan wählte ich den Haig aus. Vielleicht auch deshalb, weil gerade ein Nachfahre der Haigs, der ehemalige Außenminister unter Reagan Alexander Haig, gerade verstorben ist. Vielleicht aber auch deshalb, weil den Haigs die Ehre gebührt, im Jahre 1826 das Patent Still Verfahren erfunden zu haben. Somit ist der probierte Haig Blended Scotch Whisky der Vorfahre aller Blended Whiskys.
Was kann man zu dem probierten Haig sagen
Ein einfacher, wenig rauchiger, simpler aber ehrlicher Whisky. Viel Grain, wenig Malz. Ordentlich Alkohol, nicht zu scharf. Einer der wenigen Blended Whiskys, in denen ich den (für mich) bitteren Grain nicht so unangenehm spüre. Auf der anderen Seite ist der Haig aber nicht so interessant, dass meine Frau ihn im The Whisky Store anbieten möchte. Urvater hin oder her.