Selbst rechnen macht schlau (oder reich)

Wollen sie Geld gut anlegen und richtig viel Geld damit verdienen? Wer will das nicht? Schaffen können Sie es. Es gibt viele Beispiele in unserem Leben. Auch hier in Deutschland.

Aber auch, wenn man sein Geld nur ein wenig vermehren will, sollte man sich um die wichtigsten Einflussfaktoren bei der Geldanlage bewusst sein. Und da gibt es zwei. Den Zinssatz und die Laufzeit. Je höher der Zinssatz, um so mehr Geld bekommt man und je länger man Zeit hat, um so besser vermehrt sich das Geld.

Ganz wichtig ist, Geld vermehrt sich nicht linear. D.h. Bei konstantem Zinssatz wächst das Geld überproportional. Das nennt man auch Zinseszins-Effekt.

Beispiel: Sie legen 1.000 Euro zu 10% pro Jahr an. Sie erhalten die Zinsen am Jahresende.
Dann haben sie nach einem Jahr 1.100 Euro auf ihrem Konto. Doch schon nach dem zweiten Jahr erhalten sie wieder 100 Euro auf die eingelegten 1.000 Euro und noch einmal 10 Euro auf die Zinsen vom ersten Jahr. Damit sind sie schon bei 1.210 Euro. Und im dritten Jahr erhalten sie bereits 121 Euro dazu.

Ich sehe mir gerne vor der Tagesschau die Börsennachrichten an. Und um diese Börsennachrichten herum werden sie mit Werbung für Medikamente und von Banken zugeballert. Vor vielen Jahren warb man mit: ‘Leben Sie, wir kümmern uns um die Details!’ Und vor ein paar Jahren gab es eine Bank, die wollte ‘Ihren Ertragswinkel steigern‘.

Was für ein Unsinn! Ihr Geld sind keine Details. Ihr Geld ist ihr Geld. Und wer den Einfluss um das exponentielle Wachstum (Zinseszinsformel) verstanden hat, den kann man mit einem ‘Ertragswinkel’ nicht ködern. Völliger Unsinn. Bei einer exponentiellen Wachstumskurve verändert sich der Winkel ständig. Er wächst stetig. Hier gaukelt man dem Bürger ein kleineres Wachstum vor, als er haben könnte.

Lineares Denken Ausrufezeichen Wenn man natürlich so kurzfristig denkt, wie so manche Banken es gemacht haben, dann ist so eine Kurve näherungsweise schon eine Grade. Muuaaahhh Smilie

Aktuell werden wir wieder mit finanziellem Werbemüll vor der Tagessschau eingedeckt. Hier stellt ein potenzieller Kunde die Frage: ‘Wer sagt mir, wie viel Haus ich mir leisten kann?’

Wer sich selbst nicht ausrechnen kann, wie viel Haus er sich leisten kann, der sollte doch lieber in der Miete bleiben und linear denken. Wenn ich mir so die Kompetenz der Banken in Sachen Immobilienkredite ansehe, so habe ich doch meine Zweifel, ob man hier nicht den Bock zum Gärtner macht.

Zinseszins und Kredittilgung kann heute jeder lernen. Wozu gibt es EXCEL oder das kostenfreie Open Office? Dann sich ein paar Abende schlau im Internet machen und selbst rechnen und schon sind sie mindestens so gut beraten, wie es ihr Bankberater kann. Das hat die Stiftung Warentest ja letztlich wieder einmal gezeigt.

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