Highend Audiokabel

Vor bald zwei Jahren habe ich mir einen tollen AV-Receiver gekauft. Eigentlich wollte ich nur einen Digital-Verstärker haben. Aber auf Grund des Preises und der hervorragenden Testberichte ist es dann ein RX-V 2700 AV-Receiver von Yamaha geworden.

Später habe ich mir dann den passenden DVD-Spieler, den DVD-S1800 von Yamaha dazu gekauft. Vor allem, weil ich Super Audio CDs (SACD) hören wollte. SACDs sind CDs, die mit einer besseren Qualität aufgenommen sind. Es geht mir vor allem um die Dynamik bei klassischer Musik. Für meine moderne Musik reicht die CD-Qualität und damit die mit 320kbit/s digitalisierten CDs auf meiner Festplatte locker aus. Hin und wieder habe ich von dem DVD-Spieler auch CDs abgespielt. Dazu hatte ich den Player mit einem TOSlink-Kabel (optisch) an den AV-Receiver angeschlossen.

Dann hatte ich aber keine Zeit mir solche SACDs anzuschaffen. Und jetzt zu Weihnachten erhielt ich dann endlich meine erste SACD geschenkt. Eingelegt und peng - nichts gehört.

Lange habe ich mich durch die Menüs und die Bedienungsanleitung gequält. Ich habe auch statt des optischen Kabels ein HDMI-Kabel gekauft. Doch CDs liefen - SACDs nicht. Ich konnte mich auf den Kopf stellen. Hilfe brachte dann - wer hätte es anders erwartet - das berühmte Hifi-Forum. Und darin fand ich dann die Erklärung. Der DVD-Player unterstützt nur HDMI 1.1. Und dieser Standard unterstützt die hochauflösenden Audioformate nicht. Und ausreichend Rechenpower um die SACDs umzurechnen hat der DVD-Player auch nicht. Also herrschte Stille auf den digitalen Ausgängen.

Kaum hatte ich auf die beiden vorderen Kanäle normale Cinch-Audio-Kabel angeschlossen, schon konnte ich SACDs in hoher Qualität anhören.

Doch sie kennen mich aus den alten Digitalisierungs-Beiträgen als Puristen. Ich will eine durchgängige, hochwertige, digitale Signalkette haben. Doch das geht erst ab HDMI 1.2a, was der AV-Receiver auch kann. Also habe ich mich bei Yamaha nach einem moderneren Spieler umgesehen. Und - Fehlanzeige. Es gibt sie nicht. Was es gibt, ist ein moderner Blu-ray Spieler, der - Überraschung - keine SACDs mehr kann. Man hat ja jetzt auch einen optischen Anspruch und will sich keinen schwarzen Sony auf den silbernen Yamaha stellen. Also habe ich mich durch gerungen, das analoge Kabel einzusetzen, solange bis sich ein neues Audioformat (z.B. DVD-Audio) durchgesetzt hat. Zudem wurden die Digital-Analog-Wandler im DVD-Spieler als hervorragend getestet.

Doch welches Kabel nehmen? Während bei den Digitalkabeln gerade das Billigste, das funktioniert, richtig ist, muss man bei den analogen Kabeln durchaus auf die Qualität achten. Besonders, wenn man so irre Dynamikumfänge wie bei SACDs vor sich hat. Da kann dann in den leisesten Stellen schon einmal ein kleiner Brumm aus eingestrahlter Netzfrequenz der Zuleitung hörbar sein. So sehr ich mich auch anstrengte. Mit meinem ganz kurzen 3er-Video-Kabel konnte ich aber keinen Brumm feststellen.

Sollte ich mir wirklich so ein Highend-Audiokabel anschaffen? Ein Blick ins Internet zeigte mir, dass man für so ein Kabel (mit Geisterbeschwörung) auch 189 Euros ausgeben kann. Glatt die Hälfte des Preises des DVD-Spielers. Nein, das wollte ich nicht.

Aber ich habe dann doch zu einem ‘besseren’ Audiokabel mit mehrfacher Abschirmung und mehr Kupfer gegriffen. Rund 20 Euro habe ich gezahlt. Und was habe ich gehört? Als erstes habe ich gleich nur auf einem Kanal hören können. Das erste Kabel war rechts nicht verbunden. Unglaublich Ausrufezeichen Und dazu befindet sich auf der Packung auch noch ein toller Aufkleber Manufactured in China. Hatte da einer eine kalte Lötstelle zwischen dem vergoldeten Stecker und dem Kupfer ‘geliefert’?

Nach einer weiteren Woche habe ich dann das Kabel ausgetauscht bekommen. Und höre ich einen Unterschied zu dem 1 Euro-Kabel? Nicht wirklich. Meine Geisterbeschwörung hat also nur 20 Euro statt 189 Euro gekostet Winken

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