Michael Jackson ist tot
Schon wieder
, mag man in diesem Fall sagen. Wir Whiskygenießer kannten ja zwei Michael Jacksons. Den berühmten King of Pop und den unter uns Whiskyenthusiasten nicht minder bekannten Buchautor und Experten. Eigentlich war ‘unser’ Whisky-Michael Jackson ja der ältere und verdiente die Bezeichnung als die Nummer 1. Doch Jacko war mir vor meinem Eintritt ins Whiskybusiness bereits ein Begriff. Vielleicht war er damit doch die Nummer 1.
Nun sind beide viel zu früh gestorben. Die ersten Schocks sind vorüber und man beginnt - zumindest ich - über diese beiden Menschen nachzudenken. Damit wir sie im Laufe dieses Artikels auseinanderhalten können, werde ich den King of Pop in Folge Jacko nennen, wie wir das in unserer Jugend auch gemacht haben.
Irgendwie war mir schon vor dem Tod von Michael Jackson am 30.8.2007 klar, dass er recht bald sterben würde. Man (zumindest ich) scheint das so im Blick zu haben. Und als ich Michael Jackson das letzte Mal in Paris zur Whisky Live sah, gab ich ihm nicht mehr lange.
Ähnlich schockierend war für mich der immer stärker werdende sichtbare Verfall von Jacko über die vergangenen Jahre. So richtig erschreckt hatte mich ein Spaßbild im Internet, das Jacko als Alien ohne Nase darstellte. Darüber lachen konnte ich schon damals nicht mehr. Dazu war der Verfall zu deutlich sichtbar. Auch ich sah, wie manche User in diesen Beiträgen im Forum, Jacko als tragische Figur in der Musikgeschichte. Sein vorzeitiger Tod, genauso wie der von Elvis, der mir auch noch ziemlich gegenwärtig ist, war unabdingbar. Es war für mich einfach unmöglich vorzustellen, dass Jacko im hohen Alter von vielleicht 90 Jahren eines natürlichen Todes sterben würde.
Jetzt kommen wir zu schwierigeren Vergleichen. Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob ich sie hier anführen soll. Doch lassen sie es mich einmal versuchen.
Michael Jackson litt an der Parkinson Krankheit. Gestorben ist er aber letztlich an einer ‘einfachen’ Lungenentzündung. Mit der Zeit hatte sich wohl auch der Dämon Alkohol bei ihm eingenistet. Ob er nun deutlich mehr Alkohol trank als er eigentlich sollte, weil er an dieser Krankheit litt und er sie so besser im täglichen Leben bewältigen konnte, bleibt für immer ein Geheimnis. Er hat seine Krankheit nie thematisiert.
Jacko litt ebenfalls an einer langen Krankheit. Auch hier ist nicht wirklich klar, ob diese Krankheit ihn zufällig ereilte oder ob seine Besessenheit, anders auszusehen als seine Gene ihm vorgaben, letztlich zum Ausbruch der Krankheit geführt hat. Und auch hier wieder eine erschreckende Parallele. Beim Versuch mit dieser Krankheit klar zu kommen scheint er tief in eine andere Abhängigkeit geraten zu sein, an der er wohl letztlich gestorben ist.
So ganz kann ich meinen letzten Satz nun doch nicht glauben. Ganz tief im Inneren kann ich mir auch vorstellen, dass Jacko keines natürlichen Todes gestorben ist. Egal ob selbst verursacht oder durch die Hand eines Anderen. Die Klärung dieses Umstands wird die Glamourpresse noch auf Jahre beschäftigen.
Egal wie die langen Untersuchungen nun ausgehen werden. Ich werde beide Michael Jacksons so positiv in Erinnerung behalten, wie mir das nur möglich ist. Jacko hat mir mit seiner Musik meine Jugend versüßt und Michael Jackson mit seinen Schriften mein Mittelalter. Nur ihr Nachlass kann mich also in mein Alter begleiten. Als Vorbild für Streben und Erfolg aber auch als Mahnung, was an Gefahren auf einen im Leben so lauern.
Eines seiner Alben habe ich mir gestern Abend jedoch nicht angehört. Mir ist etwas viel besseres begegnet. Auf dem Ersten zeigten sie ab 21:45 Uhr das Bukarest Konzert anlässlich der Dangerous Tour 1992 und dazu genoss ich einen ordentlichen Dram des The Glenlivet 21 Jahre, den Michael Jackson fast im selben Jahr in seinem Companion mit stolzen 88 Punkten bewertet hat. So haben dann am Ende für mich beide Michael Jacksons doch noch ihre Gemeinsamkeit gefunden.