Das Laphroaig Fassmanagement
Ich bin wohl erholt aus dem Urlaub zurück. Und wie im The Whisky Forum versprochen will ich ihnen etwas über die neuen Laphroaigs erzählen.
Bevor mein Flieger am Sonntag Morgen um 5:15 Uhr abging besuchte ich am Freitag noch die zweite Whiskymesse in München im Hotel Vierjahreszeiten. Und da ich mich bereits gefühlt ‘im Urlaub’ befand, ließ ich den dunklen Anzug zu Hause und begab mich ganz inkognito im Räuberzivil auf die Messe.
Ein ganz tolles Gespräch konnte ich mit Robert Hicks, dem Masterblender von Beam Global am Stand von Laphroaig führen. Er zeigte sich für den Laphroaig Quarter Cask und den neuen Tripple Wood verantwortlich. Ebenso kreiert er ebenfalls den Ardmore Single Malt und den Teacher’s Blend.
Völlig überrascht war ich von der Fassform der Quarter Casks, die Robert Hicks persönlich anfertigen ließ. Statt diese kleinen Fässer hübsch handlich und ‘quadratisch, praktisch, gut’ herstellen zu lassen, ließ er ganz einfach die Dauben von ganz normalen 1st Fill American Standard Barrels (ASBs) zu dünnen, in der Relation langen, Fässern zusammen bauen. Eigentlich betrachtet sind diese Fässer lange Rohre, die vorne und hinten mit einem Deckel versehen sind. Das ist einfacher und damit billiger und das ungewöhnliche Verhältnis (Durchmesser zu Länge) macht das Fass besonders aktiv. Erstaunlich ist, wie schnell diese Fässer durch den Whisky im Geschmack ausgelaugt werden. Kaum einmal befüllt, sind die Dauben auch schon ausgezehrt.
Der Triple Wood wird zusätzlich noch in europäischer Eiche nachgereift. Ganz bewusst schreiben sie offiziell in der Beschreibung europäische Eiche und nur auf dem Rücketikett klein etwas von Sherry, da sich auch andere als Sherryfässer unter den Nachreifefässern befunden haben. Zu lange lässt man aber auch den Triple Wood nicht in diesen Sherryfässern, damit der eigentliche Geschmack des Laphroaig nicht zu sehr im Holz untergeht.
Als Highlight gab es noch den Laphroaig 18 Jahre (als Bückware hinter dem Tresen) zu verkosten. Nun - ein verbaler Vergleich mit dem 15 Jahre, den ich das letzte Mal vor Jahren probiert habe, fällt mir schwer. Doch der 18 Jahre - jetzt mit 48% - hat deutlich mehr Kraft und auch das gefühlte Volumen ist größer. In Summe schmeckte er jedoch im Vergleich zum gleichzeitig verkosteten Quarter Cask deutlich weicher und weniger rauchig bei viel mehr Komplexität.
Die beiden neuen Cask Strength Abfüllungen für dieses Jahr konnte auch er bestätigen. Allerdings könnten es auch drei werden, wenn die Nachfrage groß ausfällt.
Zum Abschluss probierte ich am Stand noch den rauchigen Ardmore. Doch nach solch kräftigen Single Malts wie den Laphroaigs ist auch ein deutlich rauchiger Ardmore nicht wirklich kräftig.