Unser Stoffwechsel - letzter Teil
Haben Sie in dieser Woche bemerkt, dass ich noch gar nicht von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen gesprochen habe? Die ganzen Gesundheitsapostel sprechen permanent davon, suchen Nahrungsergänzungsmittelchen und vergessen oftmals darüber, dass sie noch die ganz normalen Hausaufgaben im Fettstoffwechsel zu machen haben.
Wenn sie die Pflicht (Kohlenhydrate, Eiweiß, Fett) beherrschen, erst dann können sie sich - und das ergibt sich eigentlich ganz automatisch - um die Feinheiten ihres Körpers kümmern.
Wie ich nun meinen Vitaminspiegel im Blut hoch bekomme, das hat mir Dr. Spitzbart in seinem Vortrag erklärt. Im Prinzip geht das ganz einfach: Dreimal täglich 250g unterschiedliches Obst und Gemüse essen. Und scheuen Sie sich nicht, richtig viel Bohnen, Linsen, Blumenkohl, Tomaten, Gurken und Sojasprossen auf einmal zu essen. Aber auch Samen, Nüsse und Pilze sollten sie nicht vergessen. In genau dieser Nahrung stecken die vielen wertvollen Stoffe drinnen. Ganz grob gesagt macht die Abwechslung genau das aus, was wir bei der Zufuhr von Obst und Gemüsen suchen. Doch Achtung! Obst und stärkehaltiges Gemüse wie Karotten, Kartoffeln, Linsen und Erbsen nie am Abend! Das führt wieder zu einer unerwünschten Insulinausschüttung. Essen Sie das Obst stattdessen morgens im Müsli und mittags als Nachtisch.
Ob Sie am Ende noch zusätzliche Vitamine und/oder Mineralien zu sich nehmen wollen, dass sollten sie mit ihrem Arzt oder Ernährungsberater besprechen. Ich bin Ingenieur und möchte/kann nur die grundlegenden physikalischen Zusammenhänge auf die Körpersysteme hier verbal abbilden.
Hier wurde richtig bemerkt, dass Sport nicht jedermanns Sache ist. Doch wir müssen für Bewegung unseres Körpers sorgen. Ansonsten klappt das mit unserem Fettstoffwechsel und der modernen, hochverdichteten, energiereichen Nahrung nicht auf Dauer. Ich kann da aus unserer Familie berichten. Zuerst wird man dick, dann stimmen die Blutwerte nicht mehr, der Blutdruck steigt und der Arzt beginnt Medikamente zu verschreiben. Fettsenker, Blutdrucksenker und Blutverdünner. Dann kommt die Altersdiabetes und das Treppensteigen fällt einem schwer. Das Herz macht nicht mehr so richtig mit, Wasser sammelt sich im Körper an und bereits zuvor oder knapp danach ereilt einen das erste ‘Schlagerl’ - wie man hier in Bayern so verharmlosend sagt.
Bewegung und angepasste Ernährung ist das Allheilmittel. Aber das wissen wir ja schon aus den Beiträgen dieser Woche.
Die Gretchenfrage lautet: “Wie viel Bewegung und wie viel angepasstes Essen benötigt unser Körper, damit sich unser vernachlässigter ‘Schreibtischtäter-Körper’ wieder erholt?”
Der Sportmediziner Dr. Dr. Micheal Despeghel http://www.despeghel-partner.de hat das wissenschaftlich untersucht und folgendes herausgefunden.
Damit sich die Fettstoffwechselwerte des Menschen verbessern und der Bauchumfang abnimmt müssen drei Dinge in jeder Woche passieren:
1. Zweimal in der Woche 30 bis 45 min leichte Ausdauerbewegung. Dabei sollte der Puls im fettverbrennenden Bereich (bei den meisten mittelalten Menschen knapp über 100) liegen. Heimtrainer, Walking, Schwimmen, Radfahren, alles ist möglich.
2. Dazu zweimal in der Woche 30 bis 45 min leichtes Krafttraining. D.h. zweimal acht verschiedene Übungen mit jeweils drei bis vier Wiederholungen und etwa einer Minute Pause zwischen den Übungen. Wer ganz professionell ist, der hat eine Mucki-Station. Es reichen aber auch ein paar Kurzhanteln, eine Bank mit Matte, Terabänder und eine Klimmzugstange.
3. Viermal in der Woche Insulin-Trennkost. Und an den anderen Tagen natürlich ebenfalls darauf achten, dass man nicht zu viel isst (oder trinkt).
Dieses Vorgehen kombiniert er in der Formel: 2+2 und 4.
Geht man ganz ‘gach’ mit strenger Insulin-Trennkost und täglicher Bewegung vor, dann schafft man pro Woche eine Gewichtsreduzierung von etwa 1kg. Bei den meisten von uns entspricht das einem Verlust an Bauchumfang von ca. 1cm.
Geht man nicht ganz so heftig mit der 2+2 und 4 Formel die Sache an, so reduziert sich die Gewichtsreduktion auf ein halbes oder nur ein viertel Kilogramm pro Woche. Haben Sie 10 oder 15 kg zu viel (wie ich), dann schaffen Sie die Gewichtsreduktion in etwa einem Jahr. Da man jedoch keine zeitlich begrenzte Diät macht, sondern das Leben vollkommen in dieser Hinsicht umstellt, macht die geringe wöchentliche Abnahme nicht wirklich etwas aus. Denn mit dem Beginn der neuen Lebensweise verbessern sich die Blutfettwerte rapide und man muss nur mehr warten, bis sich der Bauch in Wohlgefallen auflöst.
Aber das ganz Besondere an der Sache sind die drei Tage, die man ohne schlechtes Gewissen nahezu frei leben und genießen kann. Der Preis für ein gesünderes und vermutlich längeres Leben beträgt vier Tage pro Woche. Vier Tage, in denen Sie jedoch nicht hungern müssen oder merkwürdige Dinge zu sich nehmen sollen. Sie müssen nur darauf achten, wann sie was zu sich nehmen. Ein paar Plätzchen als mittäglicher Nachtisch oder morgens zum Frühstück sind dabei durchaus drin. Die restlichen drei Tage können Sie ganz normal mit Freunden ausgehen, ein oder zwei Bierchen trinken und auch der Schweinebraten (bitte nur eine Scheibe und einen Knödel) ist drin.
Wer es noch einmal schwarz auf weiß lesen möchte. Hier ist der Link zu dem Buch von Dr. Pape.
Am Ende ist für uns Whiskygenießer doch nur eines wichtig! Wie schaffe ich es gesund und lange zu leben und trotzdem nicht auf meine vier bis sechs Drams pro Woche zu verzichten? Und genau dies liefert das hier in dieser Woche geschilderte System. Freitag, Samstag und Sonntag kann man so abends seine zwei Drams genießen. Dafür gibt es halt unter der Woche am Abend keine Kohlenhydrate. Das wars. Einfach genug, wenn man es einmal verstanden hat.
Am Montag wird es hier im The Whisky Store endlich ruhiger werden. Ich werde einen kleinen whiskytechnischen Rückblick über die Adventszeit geben bevor ich mich mit einem Abschlussbeitrag am Dienstag in die Weihnachtsferien begebe.