Unser Stoffwechsel - Teil 3

Kennen Sie den folgenden Speiseplan?

Morgens zwei Brötchen oder Brot mit Butter und Belag
Zur Zwischenmahlzeit um 10:00 Uhr ein kleiner Snack (Croissant, Knoppers, Sahne-Yoghurt & Co.)
Mittags eine volle Mahlzeit mit Fleisch und Sättigungsbeilage
Nachmittags zum Kaffe ein Stückchen Kuchen
Abends die übliche Pizza mit Bier oder Rotwein
Zur Nacht dann noch zwei Whisky mit Schokolade oder Chips und die Welt ist in Ordnung

Zwischendrin vielleicht noch ein wenig Obst - ist ja gesund.

Wenn wir diesen Speiseplan auf unsere Insulin-Ausschüttung (link Vortag) übertragen, dann haben Sie als ‘Vertilger’ dieses Programms, auch wenn Sie nur 2.800 bis 3.000 kcal zu sich genommen haben, den ganzen Tag über einen hohen Insulinspiegel im Blut. Das geht morgens mit der Stärke aus dem Mehl los, wird über den Snack am Vormittag erneut hoch gepuscht um dann Mittags richtig nachhaltig über die volle Mahlzeit unterstützt zu werden. Bevor nun der Insulinspiegel am Nachmittag wieder fallen kann, hält das Kuchenstück dagegen und die Pizza am Abend nötigt der Bauchspeicheldrüse ein Stück Extraarbeit auf. Aber auch dann kann der Insulinspiegel noch nicht sinken, da Rotwein und Whisky bis weit in die Nacht vorhalten.

Dieser hohe Insulinspiegel sorgt dafür, dass alles mit dieser Nahrung aufgenommene Fett nicht in der Muskelzelle verbrannt werden kann, sondern durch das Insulin als Verbrennungsblocker und damit Masthormon auf die Fetthalde unseres Bauches abgelagert wird. Und die Nahrung, die ich ihnen oben genannt habe ist von mir genau so gewählt, dass überall auch ausreichend Fett für die Mästung unseres Bauches mit drinnen ist. Genau in diese Falle bin ich in den vergangenen Jahrzehnten mehr als einmal pro Woche getreten.

Im Frühstück ist fette Butter
in der Zwischenmahlzeit findet sich pflanzliches und tierisches Fett
Mittags sowieso
Im nachmittäglichen Stück Kuchen - am besten Blätterteig - ebenfalls
und die Pizza ist eh voll davon

Was können wir tun, wenn wir an die Fettvorräte unseres Bauches ran wollen? Was können wir an unserer Nahrung umstellen, damit wir unser Fett verbrennen können? Denn einfach den Energie-Input zu reduzieren, reicht wegen der Insulin Problematik ja nicht aus. Im schlimmsten Fall hält das Insulin unsere Fettzellen zu und der Körper verlangt nach mehr Kohlenhydraten. Der typische Heißhunger einer Diät ist die Folge. Und wenn wir heroisch diesem Heißhunger widerstehen, dann baut unser Körper halt Eiweiß aus der Muskelmasse ab, anstatt sich am Fett gütlich zu tun. Das Insulin blockt die Fettentnahme sehr systematisch.

Wie der aufmerksame Leser bereits vorab erraten hat, lautet die Lösung von Dr. Pape ‘Trennkost’. Nun aber nicht im klassischen Sinne, sondern ganz speziell im Hinblick auf die Insulinausschüttung unserer Bauchspeicheldrüse.

Wenn wir so essen, dass unsere Insulinausschüttung auf wenige Stunden pro Tag begrenzt bleibt, so können wir in der restlichen Zeit ‘an den Speck’ gehen. Wenn das Insulin abgebaut ist, dann machen auch die Fettzellen ihre Ausgänge wieder auf und unsere Muskelzellen werden wieder Fett aufnehmen und verbrennen. Gleichzeitig wird die Bauchspeicheldrüse entlastet und der sogenannte Alterszucker tritt, wenn überhaupt, erst in höherem Alter auf. (Und nicht schon bei übergewichtigen Jugendlichen mit 15 Jahren).

Weg mit den Zwischenmahlzeiten! Besonders Obst mit seinem Fruchtzucker und die Schokoriegel und Kuchenstücke mit dem raffinierten Zucker sorgen für eine extreme Ausschüttung von Insulin. Das ist Stress pur für unsere Bauchspeicheldrüse und ein Fe(s)t(t)essen für unsere Fettzellen.

Nur drei Mahlzeiten am Tag, lautet die erste Devise von Dr. Pape. Und die Essenspausen zwischen den Mahrzeiten sollten mindestens 5 Stunden betragen. Dann fällt der Insulinspiegel ab und der Körper kann endlich sein Fett aus den Fettzellen verbrennen.

Und dann muss man die Mahlzeiten auch noch vom Inhalt richtig strukturieren. Morgens eine Menge Kohlenhydrate, damit das Gehirn und die Muskeln ausreichend Leistung schnell zugeführt bekommen können. Dr. Pape spricht sogar morgens von vier Brötchen mit dünnem Belag in Klappstullen-Ausführung.

Mittags dann die volle Mahlzeit wie immer. Wer sein Gewicht massiv reduzieren muss, der sollte dabei auf Fettarmut achten. Und Abends kommt dann der Hattrick: Abends gibt es keine Kohlenhydrate, damit erst gar kein Insulin ausgeschüttet wird. Wir brauchen es ja auch nicht wirklich. Der Geist geht schlafen, die Muskeln ruhen. Keine Kohlenhydrate bedeutet: Gemüse, Salate und Fleisch oder Fisch. Keine Brötchen, kein Brot, kein Reis, kein Bier, kein Wein und auch kein Whisky! So verbrennt unser Körper sein Fett über Nacht. Ohne, dass Sie etwas dazu tun müssen.

Genial - oder?

Man muss nur dafür sorgen, dass zwischen den Mahlzeiten ausreichend Pausen sind, damit der Insulinspiegel wieder fällt und man tatsächlich sein körpereigenes Fett verbrennen kann.

Dieses ‘kein Whisky am Abend’ muss man nun nicht immer machen. Der Sportmediziner Dr. Dr. Michael Despeghel hat untersucht, wie viel Insulintrenntage man pro Woche benötigt, damit man eine Verbesserung der Blutfettwerte und damit eine Reduktion des Körpergewichts sicherstellen kann. Danach braucht man nur 4 gute Tage (mit Insulintrennkost) in der Woche, um Verbesserungen im Fettstoffwechsel und im Körpergewicht zu erhalten. Freitag und Samstag Abend sind deshalb für mich auch während meiner Gewichtsreduktionsphase jeweils zwei Drams Whisky drin. Null Problemo. Ich achte halt darauf, dass ich an den anderen fünf Tagen abends keine Kohlenhydrate zu mir nehme.

Und was soll ich sagen? Es wirkt geradezu unheimlich. Das Fett schmilzt wie von selbst. Natürlich habe ich ‘Folgekosten’ Winken zu berücksichtigen. Meine Hosen schlottern mir mittlerweile am Leibe.

Man kann diesen Prozess nach Dr. Despeghel noch etwas unterstützen. Wie das geht, erzähle ich Ihnen morgen.

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