Sommerwhiskys

TaliskerLetztlich wurde hier im Forum diskutiert, ob ein Ardbeg TEN oder ein Talisker 10 Jahre der geeignete Sommerwhisky sei.

Es stellt sich die Frage: Was verbindet der gemeine Mensch mit dem Sommer? Und gibt es überhaupt Eigenschaften, die einen Whisky zu einem Sommerwhisky machen?

Wie definieren wir einen Sommer?

Nun, das hängt von der Person ab. Bei mir bedeutet das: Sonnenschein und Wärme. Blauer Himmel mit Schäfchenwölkchen (Cumulus humilis) und ein sanfter, warmer Wind. Das ist für mich der Sommer.

Andere lieben es nicht so heiß - Stichwort Tauwetter für Dicke. Und Mancher verbindet mit Sommer endlich einmal 40 Grad im Schatten ohne ein Wölkchen.

Worauf kann man sich nun gesellschaftlich für den Sommer für Sommerwhiskys einigen?

Nehmen wir den kleinsten, gemeinsamen Nenner. Sonne und Wärme. Wie viel von beidem lassen wir einmal aus.

Wer schon einmal in einem Biergarten gesessen hat und nach einem zünftigen Weizen den Alkohol spürt, dem wird sofort klar, dass Alkohol und Wärme nur zusammen passen, wenn man anschließend nichts mehr vor hat.

Also passt ein Sommerwhisky aus meiner persönlichen Sicht eher zu einem Sommerabend. Und genauso passt es für mich. Alkoholische Getränke trinke ich zu 99% (nicht mit 99%), wenn es dunkel ist oder gerade dunkel wird. Tags über habe ich mir den Wein, das Bier und erst recht den Alkohol abgewöhnt.

Also definiere ich jetzt für mich einen Sommerwhisky zu einem Whisky, den man an einem warmen Sommerabend drinnen oder draußen genießen kann.

Whisky hat eine besondere Nebenwirkung, die man besonders im Winter an ihm liebt. Er wärmt. Und nach dem zweiten Dram kann es einem auch richtig heiß werden. Der Alkohol regt zunächst den Kreislauf an, bevor er anschließen den Menschen müde macht. Und eben dies ist das Hauptproblem mit Whisky im Sommer.

Er produziert zusätzliche, gefühlte Wärme. Das ist nicht Jedermanns Sache. Und auf diesem Effekt beruht auch die Frage nach einem Sommerwhisky.

Wenn man es ganz simpel betrachtet, dann sollte ein Sommerwhisky also auf keinen Fall in Fassstärke sein. Eher sollte man sich seinen 40 Prozenter vielleicht noch auf 35% herunter verdünnen, damit der Alkohol nicht so schnell seine wärmende Wirkung erzeugt.

Doch der Alkohol ist es nicht alleine. Auch die kräftigen Aromen sorgen für eine subjektive Wärme. Wenn der Sommer kommt, dann neigt der Mensch zu frischen Dingen aus der Natur. Frisches Obst, knackige Salate, Eis …

Ein schwerer, öliger, rauchiger, Sherryfass Malt in Fassstärke ist nun das, was landläufig am wenigsten mit einem Sommerwhisky in Verbindung gebracht würde.

Aber sollte man diese Klischees überhaupt bedienen? Wenn die Sonne untergegangen ist und der erste kühle Wind einem ins Haar fährt, dann brauchen wir ja ganz besonders diese subjektive Wärme eines schweren Whiskys. Sich jetzt auf einen leichten, Ex-Bourbon-Refill-Fass gereiften Lowlander zurück zu ziehen, wäre grundfalsch und würde meinem Bedürfnis nicht gerecht.

Lange Rede kurzer Sinn! Ich glaube nicht, dass der Begriff Sommerwhisky für mich eine Relevanz hat. Ob The Whisky Store im heißen Hochsommer wieder Sommerwhiskys bewerben wird Frage

Ich glaube schon Ausrufezeichen So viele Gedanken wie Einer-meiner machen sich nicht viele Menschen beim Whiskyeinkauf.

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