Handy

In Sachen mobilen Telefonen bin ich relativ unbeleckt. Begonnen hat meine Mobile Phone Karriere 1996 mit einem Nokia 2110i. Bis zu 1.000 Euro Gesprächskosten liefen in meinem damaligen Job auf diesem Gerät jeden Monat auf. Dann kam ein Wechsel zu Siemens und seit vielen, vielen Jahren habe ich jetzt ein Siemens S65. Schlechtes Gerät - dreimal bereits kaputt. Zweimal Garantie und ein drittes Mal komplett neu gekauft - obwohl ich eigentlich nicht wollte. Der Wert der Telefonschale im Auto übersteigt den Wert des Gerätes bei weitem. Was will man da machen.

Nun wurde ich von der erweiterten Familie als hauptamtlicher Techi damit beauftragt, für einen Firm-Kandidaten (das gehört zu den Aufnahmeriten in die katholische Kirche) ein wenig Technik einzukaufen.

Entweder einen iPod oder ein Handy oder eine Digitalkamera. Bei der Nachfrage nach dem iPod wurde schnell klar, dass es ein mp3-Spieler und ganz bestimmt kein iPod der Firma Apple sein sollte.

Das Handy war eigentlich Nebensache sondern nur als Notlösung zum mp3-Spieler gedacht. Und die Digitalkamera? Hier ging es glatt um Megapixel, mit denen sich die Pennäler gegenseitig beeindrucken wollten. 8 Megapixel scheint die aktuelle Länge des männlichen Fortpflanzungsorgans in dieser Zielgruppe zu betragen Winken

Damit änderte ich den mir erteilten Auftrag selbstständig in eine Allround-Handy mit multimedialen Fähigkeiten ab.

Doch was kaufen Frage

Ich kam mir vor wie ein Novize, der sich in Sachen Whisky im Internet schlau machen will. Und - ich fragte natürlich in der Umgebung herum. Und im Gegensatz zum Whisky, wird man bei Handys tatsächlich auch in der Umgebung fündig.

Doch zunächst zum Internet. Von der vorgegebenen Länge des Fortpflanzungsorgans (8 Megapixel) begann ich also meine Suche bei den mobilen Telefonen. Und siehe da, in den USA haben Samsung ein Gerät mit 10 Megapixeln auf dem Markt. Dazu noch ein optisches dreifach Zoom. Auf dem Papier sah das ganz toll aus. Aber dieses Teil ist in Deutschland, das merkte ich bald, nicht lieferbar. 5 Megapixel sind das Maximum mit dem Samsung SGH-G800.

Als Hobbyfotograf (Canon IXUS 850i und EOS 40D) ist mir vollkommen klar, dass Megapixel nicht gleich Megapixel sind. Die Güte des Sensor-Chips (CCD) und der verarbeitenden Software sind noch viel wichtiger. Und wenn die Pixelzahl einmal in diese Größenanzahl kommt, wird auch irgendwann einmal die optische Güte des Objektivs wichtig. Und was es da so in den Handys gibt, ist schon richtig schlecht. Mein Siemens singt ein lautes Lied davon.

Aber wie beim Whisky mit unseren Geschmacksbeschreibungen und Bewertungen, versucht man natürlich an den Werbesprüchen vorbei an einen Testbericht zu kommen. Und siehe da: Bei www.areamobile.de findet man alles, was das Herz begehrt. Und der Testbericht über die in das Samsung SGH-G800 eingebaute Digitalkamera war vernichtend.

Was jetzt?

Eingefallen sind mir dann als Gerätehersteller noch Nokia und Sony Ericsson. Nokia gilt bei mir als extrem teuer. Und Sony Ericsson? Eigentlich habe ich keine Meinung zu dieser Firma. In meinen Finanzzeitungen war dieser Zusammenschluss des ewig zweiten in Skandinavien Ericsson mit dem im Mobile-Sektor damals strauchelnden SONY Konzern. Ein Blinder und ein Lahmer? So schlimm will ich es nicht bezeichnen. Aber der Name war bei mir nicht positiv belegt. Dazu noch die überteuerten SONY-Memory Sticks, die immer das Doppelte von anderen Flashkarten kosten, machte Sony Ericsson für mich auch nicht wirklich interessant.

Nach Rückfragen in der Familie und am Arbeitsplatz habe ich jedoch in kürzester Zeit vier Besitzer von Sony Ericsson Geräten gefunden, die kein Stäubchen Schlechtes auf ihre Geräte kommen ließen. Im Design sind sie nicht der Renner. Einfaches Candybar-Design. Keine Klappe, kein Slider einfach ein Handy. Aber technisch haben es diese Geräte in sich. Gute Bedienung, gute Tasten und wohl die besten Kameras, die es derzeit in mobilen Telefonen gibt. 5 Megapixel, Autofokus (kein Fixfokus) und dazu einen Xenon Blitz mit ordentlicher Farbtemperatur. Das bietet ein Nokia N82 jedoch auch. Doch letztere sind glatt 25% teurer als die vergleichbaren von Sony Ericsson.

Am Ende habe ich ein Sony Ericsson K850i mit einem 2 GB Memorystick bestellt. Alles bei einem Online-Shop im Internet, der sich - Zielgruppen gerecht - www.mobilebomber.de nennt. 300 EUR für das Handy und 20 Euro für das Memory.

Die Überraschung folgte auf dem Fuße. Geliefert wurde statt des Memory Sticks eine microSD-Karte. Sie passt nämlich ebenfalls in das Handy rein. Danke MobileBomber! Aus 19,90 EUR wurden so nur 8,50 EUR.

Und als i-Tüpfelchen und als Überraschung für den Beschenkten habe ich noch eine Armbanduhr mit Fernbedienung hinzu gekauft. So kann der Jugendliche sein Musikhandy als mp3-Spieler an die Stereoanlage anschließen und bequem vom Handgelenk die Musikstücke auswählen.

Was es heute nicht alles gibt.

Einen Kommentar schreiben