Volkswirtschaft - Teil 3
Unsere Deutsche Wirtschaft läuft 10-fach ineffizienter als die fernen, ausländischen Wirtschaften in den BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien, China). Jetzt alles auf die Umweltverschmutzung der Schwellenländer zu schieben ist zu einfach. Sicherlich macht der fehlende Umweltschutz etwas aus. Aber nicht mehr als einen Bruchteil. Kläranlagen und Luftfilter kosten nicht wirklich viel Geld. Wir werden sehen - China wird seine Wasser- und Luftverschmutzung in 10 Jahren völlig im Griff haben. Wir brauchten im Ruhrgebiet dafür noch 30 Jahre. In Asien sind sie schnell beim Lernen - nicht zuletzt durch unser schlechtes Vorbild in der Vergangenheit. Je mehr Wohlstand diese Länder aufbauen, um so besser werden deren Bürger ihre Umwelt schätzen.
Das Problem liegt viel tiefer. Wir Deutsche haben uns daran gewöhnt, überall mit einem riesigen Wasserkopf zu leben. Während hier im The Whisky Store eine Handvoll Mitarbeiter jeweils mehr als 10.000 Rechnungen pro Jahr schreiben, erleben wir es bei unseren großen Lieferanten, dass die gleiche Fachkraft dort nicht einmal 1.000 Rechnungen pro Jahr schafft. Warum? Die Anzahl an Kunden kann es nicht sein - wir haben tausendfach so viele Kunden, wie unsere Lieferanten. Auch die Anzahl an verschiedenen Produkten kann nicht dafür verantwortlich sein. Wie haben hundertfach so viele Produkte, wie unsere Lieferanten, die meist nur wenige Marken anbieten. Und dazu sind 20% aller von unseren Lieferanten ausgestellten Rechnungen mit Fehlern behaftet. Dazu werde ich noch einen gesonderten Beitrag schreiben.
Was macht unsere (ganze) Wirtschaft stattdessen? Sie führt interne und externe Statistiken, hat Supervisor und Manager eingesetzt, um die Mitarbeiter auch noch zu führen (bzw. in die Irre zu leiten) und zu kontrollieren und der Staat wirft jedem von ihnen noch möglichst viele Knüppel in den Weg. Alle unter dem Deckmäntelchen des Bürgerschutzes. Damit schaffen wir am Ende mit einer riesigen Menge an Mitarbeitern nur ein Zehntel pro Kopf von dem, was die Schwellenländer schaffen.
Wir sind in Deutschland nicht faul und wir sind auch nicht unfähig. Wir haben uns bloß in den letzten Jahrzehnten das Leben immer schwerer gemacht. Ich werde dabei den Gedanken nicht los, dass manch einer von dieser Komplexität wunderbar lebt. ISO 9000 und Six Sigma kämpfen gegen den gesunden Menschenverstand. Politiker können Gesetze und Verordnungen wieder und wieder ergänzen und verkomplizieren und die öffentliche Verwaltung kann in Folge wieder Heerscharen einstellen, da es mehr Gesetze und Verordnungen zu überwachen und durchzusetzen gibt. Und hinterher kommen dann die Rechtsanwälte und Richter, wenn man sich wieder um handwerklich schlechte Schnellschussgesetze streitet.
Hat sich die Anzahl unserer Gesetze und Verordnungen schon einmal in Deutschland reduziert? Und bitte kommen Sie mir jetzt nicht mit dem 30-jährigen Krieg, in dem Alles verbrannte ![]()
Doch eines sollte damit klar sein. Mehr Wohlstand für Alle und Gerechtigkeit erreichen wir damit nicht. Sondern mehr Frust, nutzlose Arbeit, Stresskrankheiten und verlorene Seelen (Burn Out). In Folge brauchen wir mehr Ärzte, Sozialarbeiter, und andere nicht produktive Nutznießer der Gesellschaft. Nichts gegen Ärzte oder Sozialarbeiter
- Ihre Jobs sind unendlich wichtig. Wenn aber unsere Gesellschaft keine Kranken und Verlorenen mehr produzierte, bräuchte man weniger von ihnen. Im klassischen Griechenland erhielten die Ärzte angeblich ihr volles Gehalt, wenn alle gesund waren. Bei uns ist es umgekehrt.
Sie glauben das mit den Gesetzen und Verordnungen nicht? Es gibt Indizien für diese Ineffektivität in unserer Gesellschaft. Die großen Firmen bei uns entlassen. Der Trend geht eindeutig zu kleineren Unternehmen, da es die Großen in Sachen Effizienz nicht mehr bringen (können). Statt Dinge selbst zu machen, lagert man Fertigungen in kleinere, effektivere Einheiten - bevorzugt im Ausland - aus. Und in diesen kleinen, funktionierenden Firmen kann man es dann sehen. Alle Beschäftigten arbeiten ständig am Produkt oder an der Dienstleistung, statt sich um Formulare, Geschäftsprozesse und Statistiken zu kümmern. Und an vielen Stellen können wir kleinen, deutschen Unternehmen mit den pflichtbewussten, fleißigen Mitarbeitern das auch besser als die Inder oder Chinesen. Es darf uns halt kein interner oder externer Bürokrat dazwischen funken.
Wir kleinen Gewerbetreibenden brauchen keine Steuersenkungen oder Subventionen. Man muss uns nur einfach in Ruhe lassen, dann schaffen wir es schon von ganz alleine. Wir werden uns auf die Situation einstellen, wir werden uns optimieren und wir werden die Wertschöpfung und den Output erhöhen und gleichzeitig ordentliche Abgaben und Steuern bezahlen und Arbeitsplätze schaffen.
Ganz anders dagegen agiert der Staat. Ständig neue Behörden, neue Fonds und Umlagestellen. Man lässt sich ja nicht Reformmüdigkeit vorwerfen
Ständig treibt man eine frische Sau durchs politische Dorf, die hinter sich eine teure Schneise der Verwüstung in den Firmen zurück lässt. AGG, Rentenreform, Riester, Rürup, Krankenkassenfonds, Widerrufsrecht, Datenschutz, … Die Papiere stapeln sich in den Himmel. Eigentlich sollte man dies alles wegwerfen. Es gibt ja eh zu wenig Kontrolleure, die das in der Fläche kontrollierten.
Wir sollten aber nicht zu viel Jammern. Deutschland wird die Kurve kriegen. Es gibt in Zukunft durch die Demografie immer weniger Mitarbeiter und damit bekommt auch der Staat Druck zur Optimierung. Entweder muss er Arbeiten outsourcen oder ganz aufgeben. Und wenn er viele Arbeiten nicht (mehr) kontrollieren kann, dann kann man sie auch jetzt schon verweigern. Merken wird es eh keiner.
Wichtig ist, dass mit der Schrumpfung der privatwirtschaftlichen Mitarbeiterzahl auch der Staat überproportional mitschrumpft - was er derzeit noch nicht tut. Nur dann wird es besser. Hinkt er in Zukunft immer weiter nach oder entwickelt er sich gar zur allumfassenden Krake, dann wird es natürlich noch schlechter.
Morgen komme ich dazu, wie The Whisky Store gegen diesen Bürokratie-Wahn vorgeht.