Cocktailbude

Als ich mich Ende der 70er ein paar Mal in London rumtrieb, fielen mir die unzähligen Bars mit ihren Cocktail-Angeboten auf.

Ein Klassenkamerad machte damals in London sogar eine Lehre zum Barmixer. Und vor seiner Bar stand auf der Straße ein Schild: “Happy Hour - Stuck in the Traffic? Two Cocktails for the price of one.”

Dagegen hatten die damaligen Cocktailbars in Deutschland einen eindeutig anrüchigen Ruf. Und den Lehrberuf des Barmixers? Gab es den in den 70ern bereits? Jetzt ist das ganz anders. Heute kann man sich gepflegte Cocktails an nahezu jeder halbwegs ordentlichen Bar genehmigen. Die deutsche Barkeeper Union hat viel zur Verbesserung des Rufes beigetragen. http://www.dbuev.de/

Und zu Hause? Wer gönnt sich zu Hause regelmäßig einen Cocktail? Die Zahl dieser Personen ist nicht sehr groß. Wer hat schon immer diese seltenen Zutaten im Haus? Ganz spontan fallen mir Grenadine, Kokossirup oder frische Limetten ein. Auch so manche, selten genutzte Spirituose macht das Zubereiten eines speziellen Cocktails zu keiner einfachen und auf keinen Fall impulsiv zu bewältigenden Aufgabe. Vorausplanung ist angesagt.

In diese Lücke stoßen aktuell zwei junge Gründer aus München mit Ihrer www.CocktailBude.de . Hier können Sie über das Internet einzelne Cocktails ordern. Der Ansatz ist so irre, dass ihnen die ganze Presse zur Verbreitung ihrer neuen Idee bereitwillig half.

Ob sie es schaffen werden? Ich habe ein paar Zweifel bei den frischen Zutaten. Aber warum eine ganze Flasche Blue Curacao kaufen, nur um einen Tequila Sunset zuzubereiten? Auch die manuellen Fähigkeiten der menschlichen Heimmixer werden einen Unterschied machen. Der eine kann es besser, der andere schlechter.

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