Die Börse

Na, wie geht es Ihren Aktien? Auch abgestürzt? Oder haben Sie Stopp-Loss-Orders drin gehabt, die Sie vor dem Ärgsten bewahrt haben? Oder haben Sie gar keine Aktien?

Seit dem 11. September 2001 hat sich der deutsche Michel vom Börsenparkett zurück gezogen. Zu viel Geld hatte man in der Internet Hype verloren, wo man Geld auf Unternehmen gewettet hat, die nie im Leben von der Gründung bis zu Insolvenz Geld verdienten. The Whisky Store gehörte im Mai 1994 zu den ersten Händlern im Internet. Und man kann sehen, dass man vernünftig im Internet wachsen und ein Einkommen verdienen kann. Man muss keine Blase produzieren.

Kommen wir zurück zur Börse. Der deutsche Michel ist also raus aus den Aktien. Zu viel Risiko. Wer aber nach dem Crash 2002 wieder einstieg, der konnte sein Kapital bis heute glatt verdreifachen. Und dass jetzt der Markt eine Korrektur durchgeführt hat, bereitet dem Investor von 2002/2003 auch keine Sorgen. Schließlich steht der Dax immer noch bei mehr als dem Zweieinhalbfachen des damaligen Tiefststandes. Das entspricht einer jährlichen Rendite von 15%. Was gibt Ihre Lebensversicherung für eine Mindestverzinsung an? 2,25%? Na toll! Gerade einmal vergleichbar mit der Teuerungsrate.

Lösen wir uns von den Börsenspekulanten und betrachten wir lange - wirklich lange - Zeiträume. In diesen Zeiträumen schaffen die wichtigen Börsenindizes 10 bis 12% pro Jahr. Dabei geht es natürlich rauf und runter. Im Schnitt geht es aber immer nur bergauf. Die ganze Welt arbeitet hart am Wohlstand und wir alle haben weltweit Erfolg. Unser aller Handel wächst und der Wohlstand steigt weltweit.

Letztlich stand es in der Zeitung. Mehr als 50% der Dax-Aktien, also aller ausgegebenen Aktien der deutschen DAX30 Unternehmen, gehören nicht mehr deutschen Anlegern. Wenn also ein berühmtes deutsches Unternehmen, nennen wir es einmal Siemens oder Telekom, die Emotionen der deutschen Massen (negativ) erregt, so handelt es sich vermutlich nicht mehr um ein ‘wirklich’ deutsches Unternehmen. Bei Siemens wird das unmittelbar klar. Nur mehr ein Viertel der Beschäftigten arbeitet noch in Deutschland. Und, ich sagte es, die Aktien gehören nicht mehr mehrheitlich uns.

Ausverkauf Ausrufezeichen

Wie läuft nun die typische Börsenabzocke ab, die den deutschen Michel vergrault hat und aktuell wieder vergrault? Die Öffentlichkeit, allen voran die Presse, pusht die Börse verbal nach oben. Auch die beratenden Banker raten zum Aktienkauf. Und das natürlich bei mittleren bis hohen Kursen.

Dann kommt eine Schwankung - Schwankungen gibt es immer - und die Kurse stürzen ab. So auch vergangene Woche. Am Abend hört der deutsche Michel in den Nachrichten, dass die Kurse verfallen und am zweiten Tag der Krise geht es, da sie jetzt verspätet zu schlechten Kursen verkaufen - koste es, was es wolle - noch einmal richtig abwärts.

Was macht der Profi? Der hat seine Kurse mit automatischen Verkaufsordern (die die Online Broker auch für Privatinvestoren anbieten) mehr oder weniger gesichert. Er steigt also bei -5 bis -8% aus. Die Börse fällt am zweiten Tag weiter und siehe da, auf einmal finden sich zu sehr niedrigen Kursen wieder Käufer. Denn jedes Papier wird gehandelt. D.h. zu jedem Verkauf gehört auch ein Kauf. Und bei den niedrigen Kursen kauft der Profi wieder. Und dann? Wenn kein systematisches Problem im Markt ist, dann steigen die Kurse recht bald wieder und man holt die -5 bis -8% locker wieder rein und verdient sogar noch dazu.

Während der deutsche Michel seine Wunden leckt und die Verluste verdaut, hat der professionelle Anleger an diesem Absturz wirklich verdient.

Warum macht der Deutsche nicht mit? Warum denken wir nur in Festgeld und Lebensversicherungen? Niemand hat dem deutschen Michel diese wirtschaftlichen Zusammenhänge in der Schule und im täglichen Leben erklärt. Wer vor 20 Jahren ein paar Dutzend Daimler- oder BMW- oder irgendwelche andere, große Aktien gekauft hat, nennt heute ein stattliches Depot sein eigen. Der Unterschied zwischen 3% Bankzins und 12% Börsenrendite macht über 20 Jahre ein kleines Vermögen aus.

Wie wird die Börse sich jetzt weiter entwickeln? Wann soll man kaufen?

Sicherlich bieten die ersten zwei Tage in jeder Turbulenz die größten Verdienstchancen. Aber auch ein Risiko. Jetzt wird es also ein Weilchen rauf und runter schwanken und dann geht es wieder aufwärts. Wie immer. Die Zeit zum kaufen ist jetzt, wo jedermann im eigenen Umfeld jammert und die Börse verflucht.

Und wer gerade erst nach vielen Jahren wieder einsteigen will? Lassen Sie sich von den Kassandrarufen und Endzeitszenarien nicht entmutigen. Wer noch 20 oder 30 Jahre Zeit hat, sollte die aktuelle Baisse an der Börse nutzen, um seinen Alterssparstrumpf an der Börse aufzubessern.

Wer nun meint, die professionellen Anleger könnten das besser, dem seien die aktuellen Bilanzzahlen und die Sonderabschreibungen der Finanzinstitute vor Augen geführt. Wer glaubt, dass diese Milliardenverluste keinen Einfluss auf die Überschussbeteiligung seiner Lebensversicherung hat, der lebt nach meiner persönlichen Meinung im Wolkenkuckucksheim.

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