Autotest
Im vergangenen Sommer waren wir eingeladen. Auf ein schönes Schloss im bayerischen Schwaben. Zu einem Autotest. Hier sind die technischen Daten:
0 auf 100 km/h in 5,9s
80 auf 120 km/h in 4,7s
254kW (345PS)
Drehmoment 350Nm
Spitze 250km/h (abgeregelt)
Was kann das für ein Auto sein? Porsche Cayman S? BMW M3? Beide liegen im selben Leistungs- und Drehmomentbereich. Die abgeriegelte Höchstgeschwindigkeit spricht gegen den Porsche und die Elastizität von 80 auf 120 schlägt den BMW um Welten.
Ich gebe Ihnen noch einen Tipp. Normverbrauch 7,9 Liter/100km bzw. 186g/km CO2 Emission!
Spätestens jetzt lässt sich dieser Wagen mit den beiden oben genannten Sportautos nicht mehr vergleichen, die 254 und 323g/km CO2 ausstoßen. Das sind 36% bzw. 73% mehr als beim getesteten Auto.
Ich will Sie nicht länger auf die Folter spannen. Der getestete Wagen war ein Lexus GS 450h. Ein Hybridfahrzeug mit 3,5 Liter Sechszylinder-Ottomotor (218kW) und dazu noch einem Elektromotor mit 147kW. Beide sind über ein stufenloses Getriebe mit den Hinterrädern verbunden. Einen Teil des Kofferraums schluckt die Hybridbatterie.
Der Wagen ist anders - angenehm anders.
Wenn man losfährt ist der Wagen absolut leise. Außer dem Knirschen der Reifen auf dem Kies des Schlosshofes war von dem Auto nichts zu hören. Erst ab 30 bis 40km/h schaltet sich fast unbemerkt der Verbrennungsmotor hinzu um gleich wieder aus zu gehen, wenn man an der ersten Ampel vom Gas geht. Es ist schon überraschend, wie laut eine Straßenkreuzung ist, wenn man mit einem Hybridfahrzeug mit offenem Schiebedach an einer Kreuzung steht. Hier schreit ein Kind - da dudelt ein Radio. Mofas, LKWs und alle möglichen Geräusche dringen auf einen ein, die man in einem Auto mit Explosionsmotor ansonsten nicht hört.
Hat man die Stadt einmal verlassen und tritt das Gaspedal voll durch, erlebt man eine Revolution ![]()
Das Auto reagiert sofort. Kein Kick-Down kein Drehzahlloch keine Turbosekunde. Der 150kW-Elektromotor zieht sofort und wird dann übergangslos vom Verbrennungsmotor unterstützt. Das Resultat ist ungehinderter Schub, der nicht enden will. Keine Automatik, die schaltet, nichts. 4,7s von 80 auf 120 km/h sind rund 0,5s oder 10% besser als ein Ferrari 575 (V12, 5,7 Liter, 515PS). Das macht das Überholen eines LKWs in fast jeder Situation zum Kinderspiel - (Falls Ihnen nicht der gleiche Irre entgegen kommt.
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Das Auto hat keinen Drehzahlmesser. Es braucht keinen. Stattdessen gibt es ein Powermeter mit einem großen Zeiger, der die von beiden Motoren gemeinsam abgerufene Leistung anzeigt. Von 0 bis 280kW reicht diese Skala. Jetzt habe ich Ihnen etwas Falsches gesagt. Das Powermeter zeigt von etwa –40 bis +280 an. Wenn man nämlich das Gas wegnimmt oder gar bremst, dann wird der Elektromotor zum Generator und speichert die Bremsenergie (zumindest einen Teil) wieder in der Batterie. Aus diesem Verhalten stammt auch der geringe Normverbrauch von nur 7,9 Litern/100km. Die Sportwagen, die ich oben zum Vergleich heran gezogen habe, verbrauchen im Stadtverkehr 65 bis 120% mehr als dieser Lexus ![]()
Hier liegt der eigentliche Sinn dieses Autos. Im Stadtverkehr springt der Motor nur hin und wieder an. An den Ampeln und im Stau ist er in der Regel aus. Kein Lärm, keine Abgase. Das Anfahren erfolgt sofort mit dem Elektromotor, um dann später, falls man nicht gleich wieder bremsen muss, den Verbrennungsmotor fast ungehört zuzuschalten.
Hat man die Stadt einmal verlassen, hat man eine Mega-Fahrmaschine vor sich, die richtig Spaß macht - Ein richtiges Boy-Toy.
Wer Lexus noch nicht kennt: Lexus ist die Edelmarke von Toyota. Und Toyota ist für seine überragende Zuverlässigkeit bekannt. 13 Jahre baut man schon Hybrid-Antriebe im Toyota Prius. Deshalb traut man sich auch, ganze 5 Jahre Garantie auf den Hybridantrieb im Lexus zu geben.
2 Jahre normale Garantie ist bei Autos Standard und mit ein wenig Handeln beim Kauf, bekommt man sicher die 3 Jahre Garantie-Verlängerung für den ganzen Wagen kostenfrei hinzu.
Der getestete Wagen kostet 59.850 EUR inkl. MwSt..